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Geschichten vom Haare schneiden

(c) by Prettylocks 2006-2012. All Rights Reserved. - Das Copyright liegt generell bei den jeweiligen angegebenen Verfassern, für die Gestaltung und Zusammenstellung bei Prettylocks. - Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des jeweiligen Verfassers bzw. von Prettylocks. Diese Geschichten sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen oder Begebenheiten wären rein zufällig und sind unbeabsichtigt.

 

Sandrine:

Opfer

Von H.C.

 

 

Ich war eine 32jährige Mutter zweier Kinder. Ich machte seit der letzten Geburt täglich meine Übungen, um in Form zu bleiben. Mein Mann war sehr froh, dass ich das tat. Er sagte, ich sehe genau so gut aus wie an unserem Hochzeitstag. Außer meinen Haaren. Die Farbe war irgendwie leblos braun, wo es in der Vergangenheit ein glänzendes Schokoladenbraun war. Aber die Farbe hätte man ja einfach wieder herrichten können. Das Hauptproblem war, dass ich unter Haarausfall litt. Dass man eine gewisse Menge an Haare nach einer Geburt verliert, ist ja normal. Aber bei mir war es extrem. Nach der ersten Geburt ging es noch. Aber nach der zweiten gingen mir die Haare büschelweise aus. Meine Haare waren schulterlang. Ich hatte Angst, sie länger wachsen zu lassen, weil sie dann noch leichter ausgingen. Ich hatte bereits angefangen, Hüte zu tragen, wenn ich ausging, weil es so schlimm aussah. Manchmal kamen mir die Tränen, aber ich war gottlob noch nicht depressiv.

 

Eines Tages blätterte ich ein Frauenmagazin durch als ich eine Anzeige für ein Haarrestaurierung. Ich war skeptisch. Trotzdem ging ich auf ihre Webseite im Internet. Es war eine dermatologische Kosmetikfirma, die auf Laserbehandlungen und Haarentfernung spezialisiert war. Es gab nicht viel Information auf der Seite. Das hatte plötzlich mein Interesse geweckt. In der Stadt sollte es eine Niederlassung geben, stand da. Ich rief an und machte einen Termin aus.

 

Am Tag des Termins schleppte ich meinen Mann mit in das Büro der Firma. Im Wartezimmer mußte ich ein Formular über meine Haarprobleme und meine Gesundheitssituation ausfüllen. Bald darauf wurden wir in ein Klinikzimmer gerufen. Dr. Sherman war hübsch, eine Frau, Mitte 30, sie trug einen Anzug und hohe Absätze. Ich erzählte ihr meine Geschichte, und sie hörte aufmerksam zu.

 

„Die gleiche Geschichte höre ich immer wieder,“ sagte sie schließlich. „Ich kann Ihnen helfen. Es wird aber eine umfangreiche Angelegenheit werden. Es wird eine Reihe von Behandlungen geben, Ihre Mithilfe erfordern und auch einiges kosten. Ich werde Ihnen alles erklären, und Sie müssen dann Ihre Entscheidung treffen.“

 

„Sprechen Sie bitte weiter,“ sagte ich, denn ich wollte mehr hören.

 

„Sie werden zweimal die Woche für sechs Monate eine Behandlung bekommen,“ sprach sie weiter. „Die Kosten belaufen sich auf acht bis neun tausend Euro. Das beinhaltet alles, Medizin, Verwaltungskosten, Laserbehandlung und Folgetermine. Sind Sie noch interessiert?“

 

Ich schluckte. Dann sah ich meinen Mann an.

 

„Laß uns einfach den Rest anhören,“ sagte er. „Und wenn du es immer noch willst, dann werden wir sehen, dass wir es auch durchziehen.“

 

Ich lächelte ihn an. Er unterstützte mich immer.

 

„Zuerst werden wir Sie auf eine Medizin setzen,“ fuhr sie fort. „Es ist eine Hormontablette, die die Aktivität der Haarwurzeln fördert. Sie hat ein paar Nebenwirkungen. Zum Beispiel Haarwachstum am ganzen Körper.“

 

„Kein Problem,“ sagte ich. „Ich habe mir vor ein paar Jahren alle Haare am Körper weg lasern lassen.“

 

„Sehr gut,“ sagte sie nickend. „Das andere ist, dass sie sich den Kopf kahl rasieren lassen müssen.“

 

Mein Herz setzte aus. „Mir eine Glatze schneiden lassen? Ganz kahl?“ fragte ich mit schriller Stimme.

 

Sie nickte. „Die Behandlung beinhaltet eine Creme, die die Kopfhaut sensibilisiert für den Laser. Wir arbeiten mit zwei Methoden, systemisch und lokal. Dazu müssen leider alle Haare alle zwei Wochen abrasiert werden, so lange die Behandlung andauert.“

 

„Sechs Monate mit Glatze!“ sagte ich langsam vor mich hin. „Ich weiß nicht, ob ich das kann. – Was ist mit der Krebsgefahr durch die Behandlung?“

 

„Durch die Art des Lasers, den wir benutzen, ist die Krebsgefahr sehr gering,“ sagte sie. „Aber Sie sollten Ihren kahlen Kopf in der Sonne bedecken.“

 

„Benutzt man nicht einen Laser zur Haarentfernung?“ fragte ich.

 

„Stimmt,“ gab sie zu. „Aber dieser Laser hat eine sehr viel schwächere Strahlung als der zur Haarentfernung.“

 

„Ich zeige Ihnen ein paar Bilder von Patientinnen, die wir bereits behandelt haben,“ sagte sie und gab mir eine Mappe. In ihr waren eine Reihe von Vorher- und Nachherbildern. Einige dieser Frauen hatten wesentlich mehr Haare verloren als ich, aber alle hatten wunderbar volles Haar hinterher.

 

„Ich werde darüber nachdenken,“ sagte ich. „Es ist eine Menge Geld und ein großer Zeitaufwand. Ich werde Sie anrufen. Vielen Dank erst einmal.“

 

Sie bedankte sich, und wir gingen. In meinem Kopf rasten die Gedanken wild durchheinander. Was sollte ich tun? Es war eine Chance, wieder schöne Haare zu bekommen. Aber es würde eine Stange Geld kosten, und ich würde sechs Monate lang kahl sein. War es das wert?

 

In der folgenden Nacht schlief ich kaum. Ich stand früh auf und schaute mir weitere einschlägige Seiten im Internet an. Ich fand nichts Interessantes. Mein Mann wurde wach und fragte, was ich da tat.

 

„Ich habe nichts weiter gefunden,“ sagte ich. „Ich befürchte, wenn ich die Sache nicht mache, werde ich für immer so aussehen wie jetzt.“

 

Er umarmte mich und sagte: „Du könntest dir ja so einen Pudel-Haarschnitt machen lassen, wie ihn alte Frauen oft tragen, die dünne Haare haben.“ Er grinste mich an.

 

Ich grinste gezwungen zurück.

 

In den folgenden zwei Wochen gingen mir scheinbar noch mehr Haare aus als vorher. Stimmungsmnäßig war ich an einen Tiefpunkt. Ich rief meinen Salon an und machte einen Termin für den Nachmittag aus. Es war der erste in mehreren Monaten. Ich setzte mich auf den friseurstuhl und schüttete meiner Friseurin mein Herz aus. Ich erzählte ihr von dem Termin bei dem Dermatologen, den Kosten und dass meine Haare immer noch ausfielen. Ich konnte meine Tränen nicht zurück halten.

 

„Vielleicht ist das die richtige Zeit für so einen Pudelhaarschnitt,“ sagte ich abschließend.

 

„Einmal Pudelhaarschnitt – kommt sofort,“ sagte sie.

 

Sie befeuchetete meine Haare und kämmte sie aus. Dann schnitt sie sie auf etwa sieben Zentimeter rundum herunter. Dann drehte sie sie auf dünne Wickler auf und gab eine übel riechende Flüssigkeit darauf. Ich mußte 45 Minuten unter die Trockenhaube, dann nahm sie die Wickler aus meinem Resthaar. Sie toupierte meine Haare, bis alles gleichmäßig aussah. Ich schaute mich im Spiegel an und war alles andere als fasziniert. Ich sah mindestens 15 Jahre älter aus, aber man konnte wenigstens meine Kopfhaut nicht mehr so viel sehen wie vorher. Ich dankte ihr, zahlte und ging nach Hause.

 

Mein Mann empfing mich an der Tür. Früher hatte er mich immer gelobt, wenn ich vom Friseur nach Hause kam und meine Frisur verändert hatte. Dieses Mal sagte er nur: „Für mich wirst du immer schön sein.“ Wieder kamen mir die Tränen. Ich seufzte unkontrolliert. Er umarmte mich.

 

Am nächsten Morgen am Kaffeetisch erzählte er mir: „Ich denke, du solltest diese Behandlung machen lassen. Ich werde dich auf jeden Fall unterstützen. Nicht für mich, sondern für dich!“

 

Wieder wurden meine Augen feucht. „Ich liebe dich,“ sagte ich. Rasch holte ich den Zettel mit der Telefonnummer aus meiner Handtasche.

 

„Ich möchte so schnell wie möglich anfangen,“ sagte ich am Telefon.

 

„Gut,“ sagte die Ärztin. „Ich lasse ein Rezept mit der Medizin, über die wir gesprochen hatten, bereit legen. In genau vier Wochen sehen wir uns dann bei mir wieder. Vergessen Sie aber bitte nicht, vor dem Termin sich ihren Kopf rasieren zu lassen!“

 

Ich fühlte mich nicht sehr gut als ich aufhing. Ich hatte diese Glatze fast verdrängt gehabt. Ich würde meinen Pudelschnitt also nur eine kurze Zeit haben.

 

Ich holte das Rezept ab und holte die Medizin in der Apotheke. In den ersten Wochen bemerkte ich ein Anwachsen meines Sextriebs. Glücklicherweise war mein Mann nicht abgeneigt – trotz der idiotischen Dauerwelle. Zumindest sagte er nichts. Endlich kam der Termin. Mein Mann arbeitete nur eine halben Tag, so dass er mitkommen konnte. Auf dem Nachhauseweg hatte er noch eine Haarschneidemaschine und ein paar Einwegrasierer besorgt.

 

Die Kinder waren noch in der Schule. Wir gingen ins Badezimmer, ich zog meine Bluse aus, und er legte ein Handtuch um meine Schulter. „Bist du bereit, deinen Haaren jetzt ‚goodbye’ zu sagen?“ fragte er.

 

„Rasiere sie ab!“ antwortete ich nur.

 

Er schaltete die Haarschneidemaschine ein und schob sie ohne zu zögern von vorne bis nach hinten in meine Haare. Immer und immer wieder. Bis nur noch kurze Stoppeln übrig waren. Dann legte er ein warmes, feuchtes Tuch auf meinen Kopf, um die Poren zu öffnen. Er schäumte mir den kopf mit einem gut riechenden Schaum ein, und mit langen Zügen schabte er mir den Schaum mitsamt den Stoopeln vom Kopf. Ich starrte mich im Spiegel an. Ich hoffte, dass ich eines Tages, nicht allzu fern von heute, wieder einen vollen Kopf von Haaren haben würde. Ich was überrascht, dass ich nicht einmal häßlich war mit dieser Glatze. Ich fand sogar, dass es besser als diese doofe Dauerwelle aussah. Wir machten schnell alles sauber und fuhren in die Stadt. Ich trug eine Mütze.

 

Wir wurden herzlich begrüßt und gleich in den Bahandlungsraum geführt. Eine Helferin bereitete alles vor. Dann trug sie gleichmäßig eine Creme auf meine Kopfhaut auf. Als sie efrtig war damit, bedeckte sie meinen Kopf mit einer Plastikfolie. Nach etwa einer halben Stunde kam die Ärztin herein.

 

„Sind Sie soweit?“ fragte sie.

 

„Ja,“ antwortete ich.

 

„Es wird etwas weh tun,“ bereitete sie mich vor. „Aber es wird nicht so schlimm sein wie Ihre Kopfrasur.“

 

Sie behandelte meine gesamte Kopfhaut mit einem Laser. Sie machte das wirklich sehr methodisch und sorgfältig. Die arbeitete langsam, was ich sehr gut fand. Die Schmerzen hielten sich wirklich in Grenzen. Es war wie kleine Elekrtoschocks. Nachdem sie fertig war kitzelte meine gesamte Kopfhaut etwas.

 

„Bitte nicht in die Sonne gehen,“ erinnerte sie mich.

 

„Natürlich nicht,“ sagte ich und bedankte mich bei ihr.

 

Als ich das Gebäude verließ, war ich irgendwie zufrieden, obwohl ich wußte, dass es noch lange dauern würde, bis ich wieder einen Kopf voller Haare haben würde. Das Ritual zweimal die Woche dauerte an. Jedes Mal begann es mit einer Kopfrasur und endete mit einem Kitzeln meiner Kopfhaut. Die Ärztin behandelte uns bis zum Ende zehr zuvorkommend und geduldig. Ich mochte sie sehr, denn ihr Verhalten half mir ungemein. Endlich kam die letzte Behandlung. Das halbe Jahr ging relativ rasch vorüber. Ich ging aus dem Gebäude und war erleichtert. Ich fühlte mich gut. Es gab noch immer Folgebehandlungen, zu denen ich mußte, und ich mußte meine Medizin weiterhin einnehmen, aber ich hatte das Schlimmste hinter mir. Wir hatten einen Kredit aufgenommen für diese Behandlung und würden noch einige Zeit daran abbezahlen. Trotzdem fühlte ich mich pudelwohl.

 

Nach zwei Wochen hatte ich einen Flaum von wenigen Millimetern auf meinem Kopf. Es war wie immer, nur mußte er dieses Mal nicht abrasiert werden. Man konnte nicht ausmachen, ob die Haare dichter wuchsen als vorher. Nach einem Monat ging ich zu meinem ersten Folgetermin. Dr. Sherman war sehr zufrieden mit mir und meinem Haarwachstum. Sie waren inzwischen über einen Zentimeter lang. Man konnte auch nun sehen, dass sie sehr viel dichter wuchsen als vor der Behandlung. Als sie mich das letzte Mal mit Haaren sah, waren die lang und dünn. Zweifellos ein Fortschritt. Nach drei Monaten hatte ich eine Art Kurzhaarschnitt. Es sah fantastisch aus, fand ich! Sogar die Farbe sah nun gesünder aus. Ich umarmte Dr. Sherman bei meinem nächsten besuch zufrieden und hielt sie dankbar einen Moment ganz fest. Ich sagte ihr, dass ich sie problemlos weiter empfehlen konnte.

 

Ich ließ meine Haare weiter wachsen. Nach sechs Monaten hörte ich auf Pillen einzunehmen. Meine Haare bedeckten nun meine Ohren vollständig. Es sah aber irgendwie ungleichmäßig aus, und so machte ich einen Termin mit meinem Salon. Meine Friseurin konnte es kaum glauben, wie dicht meine Haare jetzt waren. Es war auch offensichtlich dicker und gesünder. Es gab absolut keine gespaltene Spitzen mehr. Sie schnitt mir die Haare hinten sehr kurz, ließ sie aber an den Seiten lang. Es war ein super-hübscher A-Line-Bobschnitt. Ich liebte den Haarschnitt!

 

Nach einem Jahr waren meine Haare bis auf die Schultern gewachsen. Es war dicht und gesund und wunderschön schokoladenbraun, wie ich es so vermißt hatte. Ich vergötterte meine langen Haare und wollte sie unbedingt weiter wachsen lassen. Nach weiteren zwei Jahren ging es mir bis zu den Hüften. Alle Haare waren gleichlang geschnitten und unten genau so dick wie oben, schien es. Alle beneideten mich um meine tollen Haare! Mein Selbstwertgefühl war nie höher als dann. Das Opfer, das ich sechs Monate lang erbracht hatte, war es so wert gewesen!